Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihres Arbeitstages in Videokonferenzen. Homeoffice und flexible Arbeitsmodelle bringen zwar viele Vorteile – gleichzeitig können auch Monotonie, Erschöpfung und das Gefühl digitaler Überlastung entstehen. Spontane Begegnungen, echte Pausen und informelle Gespräche fehlen häufig, und nach Feierabend geht es oft direkt mit weiteren Online-Terminen weiter. Wer sich dauerhaft erschöpft oder „overzoomt“ fühlt, kann mit einigen einfachen Strategien gegensteuern.
Tipp 1: Digital Detox – analoge Pausenräume schaffen
Oft ist das Smartphone der größte Störfaktor. Ein fester Ablageort – etwa im Flur – kann helfen, unbewusste Griffbewegungen zu vermeiden. Ebenso sinnvoll ist es, bestimmte Räume als digitale Freizonen festzulegen. So entsteht Abstand, der Erholung ermöglicht, ohne ganz auf digitale Kontakte verzichten zu müssen.
Tipp 2: Soziale Kontakte bewusst auswählen
Nicht jeder digitale Austausch tut gut. Es kann hilfreich sein, Gruppen, Video-Calls und Social-Media-Kanäle kritisch zu hinterfragen und sich auf Kontakte zu konzentrieren, die inspirieren und positive Energie geben. Ein kleiner „digitaler Frühjahrsputz“ schafft Raum für wirklich bereichernde Verbindungen.
Tipp 3: Den Arbeitstag strukturieren
Ein klarer Tagesrhythmus entlastet. Eine Möglichkeit ist, digitale Aufgaben wie Meetings und Online-Recherchen auf den Vormittag zu legen und am Nachmittag analog zu arbeiten – soweit das eigene Tätigkeitsfeld es zulässt. So entsteht ein natürlicher Ausgleich, der die Ermüdung durch Bildschirme reduziert.
Tipp 4: Abwechslung in virtuelle Treffen bringen
Online-Meetings müssen nicht eintönig sein. Bereits kleine Elemente wie kurze Check-ins, virtuelle Kaffeepausen oder gemeinsame Aktivitäten bringen Auflockerung und stärken das Miteinander. Wenn digitale Räume lebendiger gestaltet werden, fühlt sich der Austausch weniger belastend an.
Tipp 5: Entspannungstechniken nutzen
Methoden wie Meditation, progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Yoga bieten einen wohltuenden Gegenpol zum digitalen Arbeitsalltag. Wer solche Techniken regelmäßig einbaut, kann nicht nur kurzfristig abschalten, sondern langfristig gelassener mit Stress umgehen.
Digitale Erholung bewusst gestalten
Telko-Müdigkeit entsteht selten durch einen einzelnen Auslöser. Sie entwickelt sich oft schleichend – durch dichte Meetingpläne, ständige Erreichbarkeit und fehlende echte Pausen. Umso wichtiger ist es, aktiv gegenzusteuern. Schon kleinere Veränderungen wie feste offline-Zeiten, ein bewusster Umgang mit Kontakten oder eine klarere Tagesstruktur können spürbare Entlastung schaffen.
Weiterführende Informationen zum Thema findest du hier:
Bailenson, J. N. (2021). Nonverbal Overload: A Theoretical Argument for the Causes of Zoom Fatigue. Technology, Mind, and Behavior, 2(1). https://doi.org/10.1037/tmb0000030 Fauville, G., Luo, M., Queiroz, A. C. M., Bailenson, J. N., & Hancock, J. (2021).
Zoom Exhaustion & Fatigue Scale. Computers in Human Behavior Reports, 4, 100119.https://doi.org/10.1016/j.chbr.2021.100119