Immer häufiger hört man den Begriff „metabolisch gesund“, wenn es um das Thema Stoffwechsel und Gesundheit geht. Doch was genau steckt dahinter? Und warum ist es wichtig, über den Stoffwechselstatus Bescheid zu wissen?
Der Stoffwechsel – das Fundament unserer Gesundheit
Der Stoffwechsel (Metabolismus) umfasst alle biochemischen Prozesse im Körper, die der Energiegewinnung, dem Aufbau von Körpersubstanzen und der Ausscheidung von Abfallprodukten dienen. Ein „gesunder“ Stoffwechsel sorgt dafür, dass diese Abläufe reibungslos funktionieren und Körper und Organe optimal versorgt werden.
Kriterien für metabolische Gesundheit
Ob jemand metabolisch gesund ist, lässt sich an verschiedenen Kennzahlen ablesen. Zu den wichtigsten Parametern gehören:
1. Blutzuckerwerte
Ein stabiler Blutzuckerspiegel ist ein zentrales Zeichen für metabolische Gesundheit. Der Körper sollte in der Lage sein, den Zucker aus der Nahrung effizient in die Zellen zu transportieren, wo er als Energiequelle dient. Erhöhte Nüchtern-Blutzuckerwerte oder ein gestörter Glukosetoleranztest deuten hingegen auf eine Insulinresistenz oder ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes hin.
Richtwerte:
- Nüchtern-Blutzucker: unter 100 mg/dl (unter 5,6 mmol/l)
- HbA1c: unter 5,7 %
2. Blutfette (Lipide)
Zu einem gesunden Stoffwechsel gehören auch normale Werte bei den Blutfetten:
- Gesundes HDL-Cholesterin („gutes Cholesterin“)
- Niedrige Triglyzeridwerte
- Geringe Mengen an LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin“) in oxidierter Form
Ein unausgeglichener Lipidstoffwechsel – zum Beispiel erhöhte Triglyzeride und ein niedriges HDL – ist ein typisches Zeichen für ein metabolisches Ungleichgewicht und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Richtwerte:
- Triglyzeride: unter 150 mg/dl
- HDL-Cholesterin: über 40 mg/dl (Männer), über 50 mg/dl (Frauen)
3. Verteilung des Körperfetts – viszerales Fett
Nicht nur das Gewicht oder der BMI entscheiden über die metabolische Gesundheit, sondern vor allem, wo das Fett sitzt. Viszerales Fett ist das Fett, das sich um die inneren Organe im Bauchraum ansammelt. Dieses Fettgewebe ist hormonell aktiv und kann entzündungsfördernde Substanzen freisetzen, die den Stoffwechsel stören und das Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose erhöhen.
Menschen mit wenig viszeralem Fett gelten in der Regel als metabolisch gesünder – selbst dann, wenn ihr Körpergewicht erhöht ist. Dies erklärt auch, warum es schlanke Menschen mit einem gestörten Stoffwechsel („TOFI“ – Thin Outside, Fat Inside) geben kann.
Hinweis: Ein Taillenumfang von weniger als 88 cm (Frauen) bzw. 102 cm (Männer) wird oft als ein Zielwert genannt, der auf wenig viszerales Fett hinweist.
Fazit: Metabolisch gesund bedeutet mehr als nur „schlank sein“
Zusammengefasst bezeichnet metabolische Gesundheit einen Zustand, bei dem Blutzucker, Blutfette und Fettverteilung im Körper im Normbereich liegen und kein erhöhtes Risiko für Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht. Wer seine metabolische Gesundheit fördern will, sollte auf eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf achten. Eine ärztliche Kontrolle der genannten Werte kann helfen, den eigenen Status besser einzuschätzen.
Weitere Informationen zum Thema findest du hier:
- Tsatsoulis, A., Paschou, S.A. Metabolically Healthy Obesity: Criteria, Epidemiology, Controversies, and Consequences. Curr Obes Rep 9, 109–120 (2020). https://doi.org/10.1007/s13679-020-00375-0
- Zembic A., Eckel N., Stefan N., Baudry J., Schulze M.B. An Empirically Derived Definition of Metabolically Healthy Obesity Based on Risk of Cardiovascular and Total Mortality. JAMA Netw Open. 2021 May 3;4(5):e218505. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2021.8505. PMID: 33961036; PMCID: PMC8105750.