Ist sitzen das neue Rauchen?

Deutschland sitzt! Egal, ob am Arbeitsplatz, in der Uni, Zuhause oder hinter dem Steuer – viele Deutsche sitzen den ganzen Tag und das kann unsere körperliche Gesundheit auf Dauer beeinträchtigen. So können beispielsweise unangenehme Rückenschmerzen, Bandscheibenprobleme und Nackenverspannungen die Folge sein. Werden wir also krank durch’s Dauersitzen?

Volkskrankheit Nummer 1? Rückenschmerzen!

Rund 40 Millionen Deutsche klagen regelmäßig über Rückenschmerzen und so ist jeder zweite Arbeitnehmende mindestens einmal pro Jahr von Rückenschmerzen betroffen. Das zeigt auch die Statistik – rund 1/3 der Arbeitsausfälle in Deutschland sind auf Rückenprobleme zurückzuführen. Was bedeutet das in Fehlzeiten? Knapp 18 Tage im Jahr beträgt die Arbeitsausfallzeit bei Betroffenen im Durchschnitt.

Ein typischer Arbeitstag

Wie sieht denn eigentlich ein typischer Arbeitstag aus? Laut einer Umfrage bewegen sich 2/3 der Deutschen weniger als 1 Stunde pro Tag. Somit sind wir fast 11 Stunden pro Tag inaktiv. Und wie sieht es mit Arbeitnehmenden aus, die zudem eine sitzende Berufstätigkeit ausüben? Büroangestellte sitzen rund 80.000 Stunden im Laufe ihres Lebens.

Wir zeigen dir, wie ein typischer Arbeitstag in Deutschland aussieht und wie viele Stunden wir in sitzender Haltung verbringen.

  • 0,5 Stunden – Frühstück
  • 0,5 Stunden – Auto- oder Bahnfahrt zur Arbeit
  • 4 Stunden – (Büro) Arbeit am Schreibtisch
  • 0,5 Stunden – Mittagessen
  • 4 Stunden – (Büro) Arbeit am Schreibtisch
  • 0,5 Stunden – Auto- oder Bahnfahrt nach Hause
  • 1 Stunde – Abendessen mit der Familie
  • 1 Stunde – Relaxen auf der Couch oder vor dem Fernseher

So kommen wir täglich auf insgesamt 12 Stunden Sitzzeit.

Folgen für unseren Körper

Die Wirbelsäule ist die zentrale Achse unseres Körpers und das Verbindungsstück zwischen verschiedenen Teilen unseres Skeletts, wie zum Bespiel Kopf, Becken und Arme. Die Wirbelsäule besteht aus 33 bis 34 Wirbeln. Die Wirbelkörper sind dazu da, unsere Wirbelsäule zu tragen und stützen. Im Wirbelkörper selbst befindet sich ein schwammartiges System aus feinen Knochenbälkchen – unsere Bandscheibe. Diese gleichen den Druck auf die Wirbelsäule aus und sind unter anderem für die Stoßdämpfung und den Flüssigkeitsaustausch zuständig. Das bedeutet aber auch, dass unsere Bandscheiben von körperlicher Bewegung leben. Ohne Bewegung herrscht eine statische Belastung vor. Das wiederum führt zum Stillstand des Stoffwechsels. Durch langes Sitzen oder Stehen entsteht eine hohe Belastung der Wirbelsäule – dabei ist Sitzen schädlicher als Stehen. Doch es gibt Hoffnung: Eine Studie belegt, dass Bandscheiben regenerativ sind. So können sich unsere Bandschreiben durch smarte Bewegung erholen und ganz nebenbei tun wir unserem gesamten Körper etwas Gutes.