gonomie am Arbeitsplatz hören, denken wir meist zuerst an die richtige Einstellung von Stühlen, Tischen und anderen Arbeitsmaterialien. Aber auch Faktoren wie Lichtverhältnisse, Lärm, Klima und Temperaturbedingungen am Arbeitsplatz gehören zur ergonomischen Gestaltung der Arbeit. Aus diesem Grund zeigen wir dir heute, wie optimale Klimabedingungen bei der Arbeit aussehen sollten, was der Arbeitgeber und die Mitarbeiter tun können, um das Klima zum Positiven zu verändern und, was es zu beachten gilt, wenn die Temperaturen doch mal zu hoch sein sollten. Gerade im Sommer, bei sehr hohen Temperaturen ist das Klima am Arbeitsplatz nämlich immer wieder ein Thema.
KLIMA AM ARBEITSPLATZ – WAS BEDEUTET DAS?
Bevor wir darüber sprechen, wie das Klima am Arbeitsplatz optimalerweise sein sollte, gilt es erstmal zu klären, was unter Klima eigentlich zu verstehen ist und, warum gute Klimabedingungen wichtig für unseren Körper und unsere Arbeit sind. Denn: Ein gutes Klima ist enorm wichtig für unsere Konzentration. Zu warme Temperaturen gehen meist mit einem geminderten Wohlbefinden und im schlimmsten Falle mit gesundheitlichen Problemen wie Hitzeerschöpfung oder einem Hitzekollaps einher. Es existiert auch die Krankheit „Sick-Building-Syndrom“, eine gebäudebezogene Gesundheitsstörung, deren Symptome auf schlechte klimatische Bedingungen am Arbeitsplatz zurückzuführen sind. Sobald Betroffene das Arbeitsgebäude verlassen, lassen die Symptome nach. Damit es dazu nicht kommt, können Arbeitgeber und Beschäftigte einiges tun, um die Klima-bedingungen möglichst gesundheitsförderlich zu gestalten.
Mit Klima ist nicht nur die Lufttemperatur gemeint, sondern auch die Luftgeschwindigkeit, Luftfeuchte und Luftqualität. Die Lufttemperatur wird maßgeblich durch das Wetter beeinflusst, aber auch die Beschaffenheit des Gebäudes oder des Autos, in dem wir uns während der Arbeit befinden spielt eine wichtige Rolle. Für die Temperatur ist beispielsweise die Art der Wände, Decken, Fußböden und Fenster wesentlich. Außerdem verändern auch Klimaanlagen, das Lüftungsverhalten und die Ausrichtung des Arbeitsplatzes die Temperatur. Die Luftfeuchtigkeit wird maßgeblich durch Heizungen, dem Lüftungsverhalten und technischen Geräten beeinflusst. Eine Luftfeuchtigkeit von unter 30 % oder über 70 % gilt als gesundheitsgefährdend und wird als sehr unangenehm empfunden. Mit der Luftgeschwindigkeit ist die Zugluft gemeint, die oft unerwünscht auftritt und zu einer Unterkühlung im Nacken- und Fußbereich führen kann. Die regelmäßige Lüftung der Arbeitsräume ist zwar sehr wichtig, muss aber richtig umgesetzt werden. Mit Luftqualität ist das Zusammenspiel aller Stoffe in der Luft gemeint. Im Sommer beispielsweise ist die Luftqualität häufig schlecht, da die Hitze und der Schweiß zu unangenehmen Gerüchen führen kann. Aber auch elektronische Geräte und bauliche Substanzen in der Arbeitseinrichtung beeinflussen die Luftqualität negativ.
WIE GEHT ES RICHTIG?
Die optimalen klimatischen Bedingungen sind je nach Tätigkeit und Beruf unterschiedlich. Im Büro gelten beispielsweise Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad als gesundheitlich zuträglich, 21 Grad sind optimal. Temperaturen über 26 Grad am Arbeitsplatz werden als gesundheitsgefährdend angesehen. Die Luftfeuchtigkeit sollte im besten Falle bei 50 % liegen, der Toleranzbereich liegt zwischen 30 % und 70 %. Die Luftgeschwindigkeit sollte 0,1 m/s nicht überschreiten. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit diese Klimaparameter regelmäßig im Rahmen der Gefährdungsbeurteilungen zu messen und überprüfen zu lassen. Falls notwendig können hier dann Maßnahmen ergriffen werden, um das Klima gesundheitsförderlicher zu gestalten.
UNSERE TIPPS FÜR EIN GESUNDES KLIMA AM ARBEITSPLATZ
Wie lässt sich das Klima am Büroarbeitsplatz nun also positiv gestalten – insbesondere bei Hitze im Sommer? Hier kommen unsere Tipps:
- Ausstattung des Arbeitsplatzes: Bauliche Maßnahmen wie Sonnenschutzvorrichtungen, Luftreiniger, Kühlgeräte und Klimaanlagen sind ein erster Schritt hin zu einem gesundheitlich unbedenklichen Klima. Außerdem sollten die Arbeitsplätze in einem Raum so angeordnet sein, dass sie sich weder direkt im Luftstrom befinden noch von der prallen Sonne beschienen werden. Gleiches gilt im Auto: Setze dich weder einem Luftzug noch der prallen Sonne aus. Außerdem können Pflanzen als Luft-Verbesserer genutzt werden, da sie die Luft reinigen und die Luftfeuchtigkeit regulieren. Gleichzeitig machen Pflanzen den Arbeitsplatz um einiges schöner und dekorativer. Vielleicht regen sie sogar zu mehr Kreativität an.
- Richtig lüften: Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um die verbrauchte Luft in den Innenräumen durch frische Luft auszutauschen. Am besten eignet sich dafür die natürliche Lüftung über die Fenster. Hier ist es sinnvoll, insbesondere im Sommer, gleich morgens einmal Stoßzulüften. Zudem sollte einmal pro Stunde ein Sauerstoffaustausch stattfinden. Auch dazu bietet sich am besten das Stoßlüften an. Im Sommer oder, sobald es zu windstill ist, können technische Lüftungsanlagen wie Ventilatoren oder Klimaanlagen helfen, die Luft in Büroräumen konstant kühl und frisch zu halten. Im Auto eignet sich dafür das gelegentliche Einschalten der Klimaanlange.
- Arbeitsbedingungen anpassen: Im Sommer können Arbeitsprozesse teilweise dem Wetter angepasst werden, indem einige Reglungen verändert werden. Beispielsweise kann die Arbeitszeit so verändert werden, dass Mitarbeitende im Sommer bereits früher anfangen und so in den frühen Morgenstunden schon einiges abarbeiten können. Außerdem könnten die Bekleidungsregelungen angepasst werden, sodass Männer auf Jacketts und lange Hemden verzichten und Frauen auch luftige Hosen oder angemessene Sommerröcke tragen können. So kann vermieden werden, dass der Körper überhitzt. Zudem ist es empfehlenswert im Sommer ausreichend Getränke und eventuell auch regelmäßig frisches Obst bereitzustellen. So ist die Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr aller Mitarbeitenden sichergestellt.
- Persönliches Verhalten der Mitarbeitenden: Es gibt einige Verhaltensregeln, die du persönlich umsetzen kannst, um auch bei Hitze für deinen Körper zu sorgen. Nutze die vorhandenen baulichen Maßnahmen wie Sonnenschutzvorrichtungen und Klimaanlagen, die dir bereitgestellt werden. Achte darauf ausreichend zu trinken und deine Ernährung an die Hitze anzupassen. Leichte Kost eignet sich im Sommer, um Magenproblemen und anderen Beschwerden vorzubeugen. Sei außerdem achtsam für die Signale deines Körpers. Jeder Körper reagiert anders auf besonders hohe und sehr niedrige Temperaturen.